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camt.053 für die Praxis: Kontoauszug als Datei – exportieren, verstehen, Rechnungen zuordnen

Viele Patientinnen und Patienten zahlen ihre Privatrechnung per Überweisung. Welche Zahlung zu welcher Rechnung gehört, steht dann im Kontoauszug – nicht nur als PDF, sondern auch als Datei für Programme, meist im Format camt.053. Dieser Ratgeber erklärt, was in den camt-Dateien steht, wo Sie sie im Online-Banking finden, wie sie sich von MT940 und dem PDF-Auszug unterscheiden und warum die Rechnungsnummer im Verwendungszweck den Abgleich so viel leichter macht.

Was camt.052, camt.053 und camt.054 sind

„camt“ steht für Cash Management – eine Familie von Nachrichten im internationalen Standard ISO 20022, mit denen Banken ihren Kunden Kontoinformationen als XML-Datei liefern. Für Praxen sind drei davon wichtig.

Die drei camt-Dateien im Überblick
DateiName im StandardWas drinstehtWofür Praxen sie nutzen
camt.053Bank to Customer Statement (Kontoauszug)Alle gebuchten Umsätze eines Zeitraums – meist eines Tages – mit Anfangs- und Schlusssaldo, Buchungstag, Betrag, Name der Gegenseite und VerwendungszweckZahlungseingänge mit offenen Rechnungen abgleichen; Grundlage für die Buchhaltung
camt.052Bank to Customer Account Report (Kontoinformation)Umsätze seit dem letzten Auszug, etwa im Laufe des Tages – auch vorgemerkte, noch nicht gebuchteZwischenstand, bevor der Auszug vorliegt
camt.054Bank to Customer Debit Credit Notification (Einzelbuchungen)Einzelheiten zu einzelnen Buchungen – in Deutschland vor allem die Einzelposten einer SammelbuchungSammelbuchungen aufschlüsseln, etwa einen Lastschrifteinzug mit vielen Einzelbeträgen

Die Formate gibt es in mehreren Versionen (z. B. .001.02 oder .001.08 am Ende des Namens). Welche Version Ihre Bank liefert, steht in der Datei selbst; die deutsche Ausprägung beschreibt die Deutsche Kreditwirtschaft in der Spezifikation der Datenformate (Anlage 3 des DFÜ-Abkommens).

Für die Praxis ist camt.053 die wichtigste Datei. Sie enthält dieselben Umsätze wie der Kontoauszug, den Sie aus dem Online-Banking als PDF kennen – nur so aufbereitet, dass ein Programm jedes Feld einzeln lesen kann: Wer hat gezahlt, wie viel, an welchem Tag gebucht und mit welchem Verwendungszweck. Genau diese Felder brauchen Sie, um eine Überweisung der richtigen Rechnung zuzuordnen.

Das Alltagsproblem: Zahlungen, die sich nicht von selbst erklären

Am Monatsende stehen auf dem Praxiskonto vierzig Gutschriften. Die meisten sind schnell erledigt, weil Betrag und Rechnungsnummer passen. Schwierig sind die übrigen: Eine Mutter zahlt die Rechnung ihres Kindes unter eigenem Namen, ein Patient überweist zwei Rechnungen in einer Summe, ein anderer schreibt nur „Behandlung September“ in den Verwendungszweck. Je vollständiger die Angaben in der Überweisung, desto weniger Zeit kostet der Abgleich – und desto seltener geht eine Zahlungserinnerung an jemanden, der längst bezahlt hat.

Wo Sie die Datei im Online-Banking finden

Jede Bank benennt die Funktion etwas anders. Der Weg ist aber fast immer derselbe: Umsätze bzw. Kontoauszüge öffnen, exportieren, Format und Zeitraum wählen.

  1. Praxiskonto öffnen

    Melden Sie sich wie gewohnt im Online-Banking an und wählen Sie das Konto, auf das Ihre Patienten überweisen – also die IBAN, die auf Ihren Rechnungen steht.

  2. Export der Umsätze oder Kontoauszüge suchen

    Die Funktion heißt je nach Bank etwa „Exportieren“, „Download“ oder „Umsätze speichern“. Als Format steht dort zum Beispiel „CAMT“, „camt.053“, „ISO 20022“ oder „XML“ – neben PDF, CSV oder MT940.

  3. Zeitraum wählen

    Wählen Sie einen Zeitraum, der lückenlos an den letzten Export anschließt; eine kleine Überlappung schadet nicht, denn jede Buchung trägt eine eigene Kennung.

  4. Datei speichern

    Sie erhalten eine XML-Datei oder – bei mehreren Tagesauszügen – ein ZIP-Archiv. Öffnen müssen Sie die Datei nicht; sie ist für Programme bestimmt.

Kein Export zu finden?
Fragen Sie Ihre Bank, wo der Export als camt-Datei liegt – Name und Ort der Funktion unterscheiden sich von Bank zu Bank. Für den Abgleich genügt die Datei aus dem Online-Banking; eine Verbindung Ihrer Bank mit einem anderen Programm brauchen Sie dafür nicht.

camt.053, MT940 oder PDF: der Unterschied

Alle drei Formate enthalten im Kern dieselben Umsätze. Sie unterscheiden sich darin, für wen sie gedacht sind und wie genau ein Programm die einzelnen Angaben lesen kann.

Kontoauszug als PDF, MT940 und camt.053 im Vergleich
KriteriumPDF-KontoauszugMT940camt.053
Gedacht fürMenschen: lesen, drucken, aufbewahrenProgrammeProgramme
AufbauSeitenlayout, keine FelderTextformat aus der SWIFT-Welt mit nummerierten FeldernXML nach ISO 20022 mit benannten Feldern
Name und Verwendungszwecknur als Text auf der Seitegemeinsam in einem Mehrzweckfeld (Feld 86)in eigenen Feldern – dazu strukturierte Referenz und End-to-End-Referenz
Programm kann zuverlässig auswertenkaumja – Name und Verwendungszweck müssen aber aus dem gemeinsamen Feld getrennt werdenja, Feld für Feld
Stellungbleibt der Auszug zum Lesenälteres FormatNachfolger von MT940 im Zahlungsverkehr nach ISO 20022

Welche Formate ein bestimmtes Programm einliest, steht in dessen Beschreibung. Der PDF-Auszug ersetzt die Datei für Programme nicht, und umgekehrt.

Der wichtigste Unterschied für den Alltag: In der camt-Datei stehen Name, Verwendungszweck und Betrag in getrennten Feldern. Ein Programm muss die Rechnungsnummer deshalb nicht aus einem langen Freitext heraussuchen, sondern findet sie dort, wo der Verwendungszweck steht. Gibt der Patient eine strukturierte Referenz an – etwa eine RF-Referenz aus einem Überweisungscode –, steht auch diese in einem eigenen Feld.

Verwendungszweck richtig vorgeben: die Rechnungsnummer gehört hinein

Name und Betrag allein sind oft mehrdeutig. Die Rechnungsnummer im Verwendungszweck ist das sicherste Merkmal, um eine Überweisung der richtigen Rechnung zuzuordnen.

Rechnungsnummer gut sichtbar

Drucken Sie die Rechnungsnummer neben Betrag und Bankverbindung, nicht nur im Kopf der Rechnung. Ein kurzer Satz wie „Bitte geben Sie als Verwendungszweck die Rechnungsnummer an“ hilft mehr als ein langer Hinweis.

Kurz statt vollständig

Ein Verwendungszweck wie „RE-0142“ lässt sich eindeutig lesen. Angaben zur Behandlung gehören nicht in die Überweisung – sie sind für mehrere Banken sichtbar und helfen beim Abgleich nicht.

Eine Überweisung je Rechnung

Bitten Sie darum, mehrere Rechnungen getrennt zu überweisen. Kommt doch eine Sammelüberweisung, sollten alle Rechnungsnummern im Verwendungszweck stehen.

Der GiroCode trägt die Nummer für den Patienten ein

Am zuverlässigsten ist ein Verwendungszweck, den der Patient nicht abtippen muss. Ein GiroCode – der EPC-QR-Code für SEPA-Überweisungen – enthält Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck; Banking-Apps mit Scanfunktion übernehmen die Angaben in die Überweisung. Laut den Leitlinien EPC069-12 sind dafür entweder ein freier Verwendungszweck mit bis zu 140 Zeichen oder eine strukturierte Referenz mit bis zu 35 Zeichen vorgesehen. Wie der Code funktioniert und was er kostet, erklärt der Ratgeber Rechnung per QR-Code bezahlen.

In VXPay trägt jede Rechnung ohne Onlinezahlung bei hinterlegter IBAN automatisch einen GiroCode mit der Rechnungsnummer im Verwendungszweck – kostenlos. Mit VXPay Payments steht stattdessen der Block „Jetzt online bezahlen“ mit Zahlungslink und QR-Code auf der Rechnung: Bezahlt der Patient darüber, springt die Rechnung nach der Bestätigung durch den Zahlungsdienstleister auf „bezahlt“, ohne dass Sie etwas abgleichen müssen.

Beispiel: drei Gutschriften auf dem Kontoauszug
BuchungstagNameVerwendungszweckBetragErgebnis des Abgleichs
06.10.2026Erika MustermannRE-014221,44 €eindeutig: Rechnungsnummer und Betrag passen zu RE-0142
06.10.2026Max MusterBehandlung September50,00 €unklar: keine Nummer, der Betrag passt zu keiner offenen Rechnung – Namen suchen oder nachfragen
07.10.2026Petra BeispielRE-0151 RE-015264,32 €Sammelüberweisung: zwei Rechnungen über je 32,16 € – beide Nummern stehen im Verwendungszweck

Beispiel mit fiktiven Daten. Beträge nach GOÄ: Nr. 1 und Nr. 5 mit je 80 Punkten zum 2,3-fachen ergeben 10,72 € je Leistung – RE-0142 mit zwei Leistungen, RE-0151 und RE-0152 mit je drei.

Checkliste: Datei prüfen, bevor Sie abgleichen

  • Richtiges Konto: Die Datei gehört zu der IBAN, die auf Ihren Rechnungen steht – nicht zu einem Privat- oder Tagesgeldkonto.
  • Zeitraum lückenlos: Der Export schließt an den letzten an; eine kleine Überlappung ist unproblematisch.
  • Nur gebuchte Umsätze: Für den Abgleich camt.053 verwenden – camt.052 kann noch vorgemerkte Umsätze enthalten.
  • Format: XML-Datei oder ZIP-Archiv mit mehreren Auszügen, nicht der PDF-Auszug.
  • Sammelbuchungen beachten: Steckt hinter einer Buchung eine Summe vieler Einzelposten, liefert camt.054 die Einzelheiten.
  • Sparsam weitergeben: Die Datei enthält Namen und Verwendungszwecke aller Zahlungspartner – nur dorthin, wo sie gebraucht wird, und nicht benötigte Kopien löschen.

Und VXPay? Rechnungen, die sich leicht zuordnen lassen

VXPay ist das kostenlose Rechnungsprogramm für Privatrechnungen – und sorgt dafür, dass die Rechnungsnummer dort steht, wo Sie sie beim Abgleich suchen.

Überweisungen auf Ihr eigenes Praxiskonto erkennt VXPay nicht von selbst – markieren Sie sie mit einem Klick als bezahlt. Jede Rechnung ohne Onlinezahlung trägt bei hinterlegter IBAN einen GiroCode mit der Rechnungsnummer im Verwendungszweck, damit die Zuordnung leichtfällt. Zahlungen über VXPay Payments per Zahlungslink oder QR-Code ordnet VXPay dagegen selbst der richtigen Rechnung zu – der Link gehört zu genau einer Rechnung.

Den Abgleich erleichtern
Programme für Buchhaltung und Rechnungen, die camt-Dateien einlesen, gleichen Zahlungseingänge mit offenen Posten ab – je klarer der Verwendungszweck, desto weniger bleibt von Hand zu tun. Deshalb lohnt es sich, die Rechnungsnummer auf jeder Rechnung gut sichtbar zu machen und den GiroCode zu nutzen.

Quellen

Stand der Angaben: 08.10.2026. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; maßgeblich sind die verlinkten Vorschriften in ihrer jeweils geltenden Fassung.

Fragen und Antworten

Was ist eine camt.053-Datei?

camt.053 ist der Kontoauszug als Datei: eine XML-Datei nach dem internationalen Standard ISO 20022, die alle gebuchten Umsätze eines Zeitraums mit Buchungstag, Betrag, Name der Gegenseite und Verwendungszweck enthält, dazu Anfangs- und Schlusssaldo. Anders als der PDF-Auszug ist sie für Programme gedacht, nicht zum Lesen. In Deutschland beschreibt die Deutsche Kreditwirtschaft das Format in der Spezifikation der Datenformate (Anlage 3 des DFÜ-Abkommens).

camt.053 oder camt.054 – welche Datei brauche ich?

Für den Abgleich von Zahlungseingängen mit Rechnungen ist camt.053 die richtige Wahl: Sie enthält jede gebuchte Gutschrift mit Name und Verwendungszweck. camt.054 liefert Einzelheiten zu einzelnen Buchungen und wird in Deutschland vor allem genutzt, um Sammelbuchungen aufzuschlüsseln – etwa wenn die Bank viele Lastschriften als eine Summe bucht. camt.052 zeigt Umsätze zwischen zwei Auszügen, auch noch nicht gebuchte; für einen verlässlichen Abgleich warten Sie besser auf den Auszug.

Warum fehlt eine Zahlung in der Datei?

Meist liegt es am Zeitraum (die Zahlung wurde erst nach dem Exportdatum gebucht), am Konto (der Patient hat auf ein anderes Konto der Praxis überwiesen) oder an einer Sammelbuchung, deren Einzelposten erst in einer camt.054-Datei stehen. In einer camt.052-Datei können Umsätze außerdem noch als vorgemerkt erscheinen. Exportieren Sie im Zweifel einen etwas längeren, überlappenden Zeitraum.

Darf ich die Datei einfach weitergeben?

Die Datei enthält Namen, Beträge und Verwendungszwecke aller Zahlungspartner des Zeitraums – geben Sie sie nur dorthin weiter, wo sie gebraucht wird, und löschen Sie lokale Kopien, die Sie nicht mehr benötigen. Was Ihre Steuerberatung braucht, sprechen Sie am besten direkt mit ihr ab.

Welche Unterlagen braucht meine Steuerberatung?

Das klären Sie am besten direkt mit Ihrer Steuerberatung – manche Kanzleien arbeiten mit Umsätzen als Datei, andere mit dem PDF-Auszug. Für die Rechnungsseite gibt VXPay kostenlos einen Buchhaltungsexport aus: DATEV-Buchungsstapel, Buchungssätze nach SKR03 oder SKR04, Zahlungen und Belege als CSV bzw. ZIP. Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuerberatung.

Weniger Aufwand mit offenen Rechnungen

Registrierung, Rechnungen und Mahnwesen sind bei VXPay kostenlos – ohne Grundgebühr und ohne Vertragslaufzeit. Gebühren für Zahlungen fallen nur an, wenn eine Zahlung über VXPay Payments (online und per Überweisung auf die persönliche Zahlungs-IBAN) erfolgreich ist: die Plattformgebühr von VXPay (1,5 % + 0,29 € zzgl. 19 % USt) und die Transaktionsgebühr der Zahlungsabwicklung; beide werden automatisch einbehalten. Kostenpflichtig und optional: Zusatzpaket Praxis Pro, Briefversand je Brief, Einrichtungsservice.

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